847340 AG Kurzentwerfen 4

Sommersemester 2026 | Stand: 23.01.2026 LV auf Merkliste setzen
847340
AG Kurzentwerfen 4
AG 2
5
wöch.
jährlich
Deutsch

Die Studierenden sind in der Lage, einfache Entwürfe unter Anleitung zu entwickeln, darzustellen und zu präsentieren. Sie können die unterschiedlichen Techniken wie Skizzieren, Modellbau, Planzeichnung und digitale Modellierung entwurfsorientiert anwenden. Sie verstehen die wesentlichen Aspekte von Entwurfsprozessen in Bezug auf Städtebau, Typologie, Konstruieren und künstlerische Methoden und können entwurfsrelevante Kriterien gestalterisch integrieren.

Von imaginären Strukturen zu urbanen Klimaräumen

Das Entwurfsstudio „Von imaginären Strukturen zu urbanen Klimaräumen“ ist als zweigeteilter Prozess angelegt: Eine experimentelle Methode wird schrittweise in ein konkretes, ortsbezogenes Projekt überführt. Im Zentrum steht die Idee, dass räumliche Qualität, atmosphärische Wirkung und architektonischer Ausdruck nicht „aufgesetzt“ entstehen, sondern aus einer klaren strukturellen Logik heraus entwickelt werden können. Das Studio verbindet daher analoge Materialstudien, modellbasierte Tests und digitale Übersetzungen zu einem durchgängigen Workflow – vom Teil zum Ganzen, von der Regel zur räumlichen Realität.


Im ersten Teil werden grundlegende Entwurfsfähigkeiten geschärft. Ausgangspunkt ist ein einfaches Basiselement (coffee sticks) mit spezifischen materiellen und geometrischen Eigenschaften, das durch wiederholte Anordnung, Fügung, Bearbeitung, Manipulation und Variation zu räumlichen Aggregationen wächst. Aggregation wird dabei als elementare Entwurfsmethode verstanden: als Aufbauprinzip, das Dichte, Porosität, Stabilität, Lichtführung und räumliche Differenz und Charaktere erzeugen kann. Ziel ist es, entstehende Qualitäten nicht nur intuitiv wahrzunehmen, sondern präzise zu analysieren, zu benennen und als Regelwerk zu formulieren. Skizzen, Diagramme, 3D Modellierung, Planzeichnen und Modellbau dienen als Werkzeuge, um diese Logiken sichtbar und kommunizierbar zu machen; digitale Mittel unterstützen das Testen von Varianten und das präzise Weiterdenken. AI-Tools werden als Methode schneller visueller Exploration und als Ausgangspunkt kritischer Analyse eingesetzt – Bilder sind Material zur Diskussion, nicht das Ergebnis.

Im zweiten Teil werden die im ersten Teil entwickelten Regeln auf einen konkreten Ort angewandt: den Vorplatz der Architekturfakultät am TU Campus Innsbruck, insbesondere den Bereich der Skulpturen von Josef Lackner. Dieser Platz wird zum Testfeld für installative und räumlich wirksame Interventionen: skulpturale Strukturen, Schattenspender, Überdachungen, Filter (Schall, Licht, Staub, Nutritions…), Sitz- und Aufenthaltszonen oder andere platzverbessernde Elemente, die auf urbane Überhitzung reagieren. Ziel ist es, einen Außenraum, der in heißen Perioden an Nutzbarkeit verliert, architektonisch neu zu qualifizieren – nicht nur durch „Schatten“, sondern durch differenzierte Aufenthaltsangebote, räumliche Übergänge, Mikroklimazonen und eine klare räumliche Ordnung.
Im Zentrum des zweiten Teils (der Hauptteil) steht die Übersetzung vom Analogen ins Digitale: Das Regelwerk wird als operatives System weiterentwickelt und in Bezug auf Maßstab, Kontext und Nutzung präzisiert. Die Entwürfe werden als Prototypen gedacht und konsequent ausgearbeitet – mit Grundrissen, Schnitten, einem konsistenten 3D-Modell sowie physischen Modellen in sinnvollen Maßstäben. Der Wechsel zwischen digitaler Präzision und analoger Prüfung bleibt dabei zentral, um Licht/Schatten, Porosität/Dichte, Stabilität und räumliche Wirkung überprüfbar zu machen.


Das Studio ist eng mit dem Institutsthema „Character from Structure“ verbunden. Charakter wird als „Temperament“ einer Struktur verstanden: als wahrnehmbarer Effekt, der aus Fügung, Verdichtung und Öffnung, aus Übergängen und räumlicher Organisation entsteht. Gesucht sind Entwürfe, deren Ausdruck aus der Struktur selbst hervorgeht – präzise begründet, klar dargestellt und als reale Verbesserung eines konkreten Ortes wirksam.

Lehrveranstaltungsprüfung gemäß § 6 Satzungsteil, Studienrechtliche Bestimmungen.

Wird im Rahmen der ersten Lehrveranstaltung besprochen.

AG Kurzentwerfen 3 + AG Kurzentwerfen 4


05.03.26 - 11.06.26


Informationen zur Anmeldung zu den Kurzentwerfen finden Sie unter:

https://www.uibk.ac.at/fakultaeten-servicestelle/standorte/technikerstrasse/studium.html/

siehe Termine